Wir widerlegen die 8 häufigsten Mythen über die Gesundheit von Frauen
Von der Antibabypille über die Fruchtbarkeit bis hin zum ersten Geschlechtsverkehr … Es gibt viele Mythen über die Gesundheit der Frau. Wir haben die acht häufigsten zusammengestellt, die dir zu einer besseren Gesundheit und einem besseren Verständnis zu dir selbst verhelfen werden
Mythos 1: Ein Ausfluss aus der Scheide bedeutet nichts Gutes
Keine Sorge, oft ist Ausfluss kein Grund zur Beunruhigung. Besser noch, er ist sogar notwendig und kann dir dabei helfen, deine fruchtbaren Tage zu berechnen.
Weißer oder farbloser Ausfluss wirkt wie ein Gleitmittel, schützt die Scheide und hilft, sie sauber zu halten. Die Menge und Konsistenz des Ausflusses hängen vom Tag des Menstruationszyklus und der Schwangerschaft ab. Unabhängig vom Zeitpunkt sollte normaler Ausfluss jedoch ohne strengen Geruch sein.
Wenn du Veränderungen im Geruch, in der Farbe oder in der Konsistenz feststellst, die mit Schmerzen oder Juckreiz einhergehen, kann dies auf eine Infektion der Scheide hindeuten. Wende dich in diesem Fall sofort an deine Ärztin oder Gynäkologin.
Mythos 2: Während der Periode kann man nicht schwanger werden
Kurz gesagt: Wenn du regelmäßig ovulierst, kannst du zu jedem Zeitpunkt deines Zyklus schwanger werden. Die ausführlichere Antwort ist jedoch etwas komplizierter.
Die größten Chancen auf eine Empfängnis hast du in den sogenannten fruchtbaren Tagen, die fünf Tage vor dem Eisprung bis zum Tag des Eisprungs andauern. In dieser Zeit werden etwa 58% der Paare schwanger.
Mythos 3: Schamlippen sind nur dann normal, wenn sie symmetrisch sind
Viele Menschen sind davon überzeugt, dass nur ein bestimmtes Aussehen der Vulva akzeptabel und „normal” ist, während alles, was davon abweicht, weil es asymmetrisch, länger oder anders geformt ist, weniger attraktiv sein soll. Die Größe und Form deiner Schamlippen sind jedoch nicht wichtig, solange sie dir keine Beschwerden oder Schmerzen bereiten.
Vulven können verschiedene Formen, Größen und Farben haben, lang, faltig oder glatt, dunkel oder hell sein. Unabhängig davon, wie deine aussieht, verdient sie Liebe und Bewunderung für alles, was sie für dich tut – sie schützt die Klitoris, die Scheide und die Harnröhre und macht den Geschlechtsverkehr angenehmer, da sie den Bereich um den Scheideneingang befeuchtet.
Mythos 4: Der Gebärmutterhalsabstrich ist eine schmerzhafte Untersuchung
Der Gebärmutterhalsabstrich oder PAP-Test ist eine schmerzfreie Untersuchung zur Früherkennung von präkanzerösen und krebsartigen Veränderungen am Gebärmutterhals bei Frauen zwischen 20 und 64 Jahren.
Wie läuft der Eingriff ab? Die Gynäkologin bittet dich, dich auf den gynäkologischen Stuhl zu setzen, und spreizt mit Hilfe eines Vaginalspekulums sanft die Scheide. Bei den meisten Frauen ist dies nicht schmerzhaft, kann jedoch etwas unangenehm sein. Mit einer speziell geformten Spatel kratzt sie dann die Oberfläche des Gebärmutterhalses ab und entnimmt anschließend mit einer weichen Bürste einen Abstrich aus dem Gebärmutterhalskanal. Das kann sich wie ein leichtes Zwicken anfühlen.
Die Probe wird anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Ist der Test negativ, kannst du aufatmen und kommst erst in zwei oder drei Jahren zur nächsten Untersuchung (für sexuell aktive Frauen wird sogar eine jährliche Untersuchung empfohlen). Ist der Test positiv, musst du dich weiteren Tests unterziehen. Und denk daran: Ein positiver Test bedeutet noch nicht, dass du Krebs hast!
Mythos 5: Der erste Geschlechtsverkehr mit Penetration ist schmerzhaft
Das muss nicht unbedingt so sein, kann aber vorkommen. Schmerzen lassen sich am besten durch ein längeres Vorspiel und wechselnde Sexstellungen (auch später) vermeiden. Es hilft auch, wenn ihr den Geschlechtsverkehr langsam angeht und beide wirklich bereit dafür seid.
Trotz Vorsicht und Zärtlichkeit können Schmerzen und Unbehagen auftreten. Die erste Penetration dehnt nämlich die Membran am Eingang der Scheide, die als Jungfernhäutchen oder Hymen bezeichnet wird, und durchbricht sie. Wenn das Häutchen dicker und stärker ist, kann dies zu Schmerzen oder leichten Blutungen während und nach dem Geschlechtsverkehr führen.
Lass dich davon jedoch nicht vom Genuss und vom Ausdruck der Liebe abhalten. Vergewissere dich dennoch vor dem ersten Geschlechtsverkehr, dass du bereit dafür bist, dass du es willst und dass du dich nicht zu etwas drängen lässt, was dein Partner oder sonst jemand von dir erwartet.
Mythos 6: Das Spülen der Scheide ist eine sichere Methode zur Intimhygiene
Das Spülen der Vagina ist ein Verfahren zum Waschen des inneren Teils der Vagina. Zur Aufrechterhaltung der Intimhygiene wird jedoch dringend davon abgeraten. Viele verwenden dabei Wasser gemischt mit Essig, Natron oder Seife und sprühen die Mischung unter hohem Druck in die Scheide. Auf diese Weise soll die Scheide gereinigt, unangenehme Gerüche beseitigt oder Infektionen verhindert werden.
Das Spülen der Scheide kann jedoch mehr Schaden als Nutzen anrichten, da es das empfindliche Gleichgewicht der Vaginalflora stört und ihren pH-Wert verändert. Dies kann zu Pilzinfektionen oder Vaginalentzündungen führen.
Regelmäßiges Spülen der Vagina kann auch zu einer Beckenentzündung, Reizungen der Scheide und sogar zu Problemen bei der Schwangerschaft führen.
Am besten pflegst du deine Scheide, indem du sie ihre eigene Hygiene regeln lässt. Der Schleim in der Scheide hält sie sauber, feucht und schützt sie besser vor Infektionen. Den äußeren Intimbereich kannst du mit Wasser und einer milden Seife mit einem geeigneten pH-Wert, die speziell für die Intimhygiene entwickelt wurde, pflegen.
Mythos 7: Nach der Geburt ist die Scheide nicht mehr wiederzuerkennen
Die Scheide ist wirklich unglaublich! Während einer vaginalen Geburt kann sie sich, je nach Größe des Kindes, um das Dreifache vergrößern. Aber schon wenige Wochen später kehrt sie wieder zu ihrer ursprünglichen Größe und Form zurück. Sie kann etwas lockerer sein, aber das fällt niemandem auf.
Es ist gut zu wissen, dass jede weitere vaginale Geburt die Scheide noch mehr dehnt und ihre Form etwas verändert. Mach deshalb regelmäßig Übungen für die Beckenbodenmuskulatur, die dir auch bei Harninkontinenz helfen.
Mythos 8: Antibabypillen können zu Unfruchtbarkeit führen
Einer der ältesten Mythen über die Gesundheit von Frauen ist, dass die Einnahme von Antibabypillen oder anderen Formen der hormonellen Verhütung die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis verringert. Aber keine Sorge, dafür gibt es keine Beweise.
Hormonelle Verhütungsmittel verhindern nämlich den Eisprung. Sobald du die Einnahme der Pille beendest, endet auch deren Einfluss auf die Periode.
Dass dieser Mythos nicht wahr ist, wurde auch durch eine Studie mit 3700 Frauen bestätigt, die keinen Zusammenhang zwischen Fruchtbarkeit und der Einnahme oraler Verhütungsmittel feststellen konnte. Die Studie stellte eine kurze Verzögerung von bis zu einigen Monaten bei der natürlichen Empfängnis nach Absetzen der Pille fest.
Achte jedoch auf bestimmte Symptome, die auf Unfruchtbarkeit hindeuten können und durch die Einnahme von Verhütungsmitteln verdeckt oder vorübergehend gelindert werden können.
Mach dir also keine Sorgen – wenn du vor kurzem die Einnahme von Verhütungsmitteln beendet hast, braucht dein Körper etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Suche dennoch deine Gynäkologin auf, um dies zusätzlich bestätigen zu lassen.
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