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Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine der häufigsten Hormonstörungen, von der jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter betroffen ist.

PCOS und Diabetes

Die Erkrankung geht mit einer Kombination häufiger Symptome und Anzeichen einher, die meist auf einen Überschuss an androgenen (männlichen) Hormonen und einer Fehlfunktion der Eierstöcke zurückzuführen sind.

Häufige Symptome von PCOS

  • Hyperandrogenismus: Aufgrund der erhöhten Menge an männlichen Sexualhormonen leiden Frauen mit PCOS unter fettiger Haut, Akne, starkem Haarausfall und gleichzeitig übermäßiger Behaarung an Körperstellen, an denen Frauen normalerweise keine Haare haben (Oberlippe, Kinn, um die Brustwarzen herum).
  • Oligomenorrhoe: Bei einem verlängerten Menstruationszyklus tritt die Menstruation seltener als alle 35 Tage auf. Gleichzeitig kann es auch zu Anovulation oder zum Ausbleiben des Eisprungs kommen, was zu Unfruchtbarkeit führen kann.
  • Übergewicht: Viele Frauen mit PCOS sind übergewichtig oder kämpfen mit Fettleibigkeit, was zu weiteren Problemen wie Insulinresistenz, Unfruchtbarkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem schlechten Selbstwertgefühl führen kann, was wiederum psychische Probleme verursachen kann.
  • Insulinresistenz: Die Zellen reagieren nicht ausreichend auf Insulin, was andere Symptome von PCOS – erhöhte Androgen Spiegel und ausbleibender Eisprung – noch verschlimmern kann.

Angesichts der Tatsache, dass 35 bis 80% der Frauen auch an Insulinresistenz leiden und dieser Anteil bei übergewichtigen Frauen sogar auf 90% steigen kann, ist es wichtig, sich der damit verbundenen Risiken bewusst zu sein. Dazu gehört auch die Entwicklung von Typ-2-Diabetes, der bei mehr als einem Viertel der Frauen mit PCOS auftritt.

Was ist Insulinresistenz?

Mehr als die Hälfte der Frauen mit PCOS entwickelt unabhängig vom Körpergewicht eine Insulinresistenz.

Insulin ist ein Hormon, das von der Bauchspeicheldrüse in den Blutkreislauf ausgeschüttet wird, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Darüber hinaus sorgt es auch für den Überschuss an Glukose, den es in der Leber speichert. So stellt es sicher, dass der Blutzuckerspiegel optimal ist und die Zellen genügend Energie haben.

Wenn die Zellen jedoch nicht ausreichend auf Insulin reagieren, spricht man von einer Insulinresistenz. Das bedeutet, dass die Bauchspeicheldrüse mehr Hormone ausschütten muss, um einen normalen Blutzuckerspiegel aufrechtzuerhalten.

Insulinresistenz ist unabhängig von Übergewicht – schlanke und übergewichtige Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom weisen Anzeichen einer verminderten Insulinsensitivität auf, jedoch ist die Insulinresistenz am ausgeprägtesten, wenn ein Zusammenhang zwischen Übergewicht und der Erkrankung besteht.

PCOS und Typ-2-Diabetes

Typ-2-Diabetes macht 90% aller Fälle von Diabetes aus. Bei der Entwicklung der Krankheit tritt zunächst eine Insulinresistenz auf, weshalb die Bauchspeicheldrüse die Insulinausschüttung erhöht, da dessen Wirkung nicht mehr ausreicht.

Mit der Zeit ermüdet die Bauchspeicheldrüse, die Insulinausschüttung nimmt ab und führt zu einem unregelmäßigen Blutzuckerspiegel. Dann entwickelt sich allmählich Typ-2-Diabetes.

Was kannst du selbst tun?

Der Zusammenhang zwischen PCOS und Diabetes ist Fachleuten noch nicht ganz klar und wirft viele Fragen auf. Es ist jedoch bekannt, dass ein Zusammenhang zwischen Übergewicht und der Entwicklung von Typ-2-Diabetes besteht.

Frau trinkt einen Smoothie

Da eines der Probleme, die mit PCOS einhergehen, Übergewicht oder Fettleibigkeit ist, solltest du diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit schenken. Gewichtsabnahme bzw. die Aufrechterhaltung eines angemessenen Body-Mass-Index (BMI) ist daher äußerst wichtig.

Bereits eine Gewichtsabnahme von 5 bis 10% deines Körpergewichts kann einen großen Unterschied machen und dir helfen, die Entwicklung von Typ-2-Diabetes zu verhindern. Dies kannst du mit den bereits bekannten Tipps erreichen:

  • Ernähre dich gesund, ausgewogen und frisch – mit viel Getreide, magerem Eiweiß, gesunden Fetten und natürlich saisonalem Obst und Gemüse.
  • Bewege dich regelmäßig – mindestens 30 Minuten pro Tag (dies kann auch bei anderen Symptomen von PCOS helfen).
  • Vermeide Stress.

Glossar

  1. Hyperandrogenismus: zu hoher Spiegel an androgenen (männlichen) Hormonen bei Frauen, der zu einigen unangenehmen und unerwünschten Veränderungen am Körper führen kann.
  2. Oligomenorrhoe: unregelmäßiger Menstruationszyklus, der 35 Tage oder länger dauert. Bei einigen Frauen kann es auch zu einem Ausbleiben des Eisprungs kommen – in diesem Fall ist eine Behandlung erforderlich.
  3. Anovulation: Ausbleiben des Eisprungs, meist aufgrund von Hyperandrogenismus und Insulinresistenz.
  4. Unfruchtbarkeit: Von Unfruchtbarkeit spricht man, wenn ein Paar nach 12 Monaten regelmäßigen und ungeschützten Geschlechtsverkehrs nicht schwanger wird. Ist die Frau älter als 35 Jahre, verkürzt sich der Zeitrahmen für die Feststellung der Unfruchtbarkeit auf sechs Monate.
  5. Insulinresistenz: unzureichende Reaktion der Zellen auf Insulin.